Im Mittelalter lagen die beiden Seiten des Bewusstseins – nach der Welt hin und nach dem Innern des Menschen selbst – wie unter einem gemeinsamen Schleier träumend oder hellwach. … In Italien zuerst verweht dieser Schleier in die Lüfte; es erwacht eine objektive Betrachtung und Behandlung des Staates und der sämtlichen Dinge dieser Welt überhaupt; daneben aber erhebt sich mit voller Macht das Subjektive; der Mensch wird geistiges Individuum und erkennt sich als solches.

(Jakob Burckhardt)


The Manifestation of Volumes knüpft an diesen Zeitraum an und möchte einen Wahrnehmungs-
raum ermöglichen, in dem ein Bogen geschlagen wird zu einer bis in die Gegenwart hinein-
wirkenden Präfiguration unserer heutigen Welt.


-> The Manifestation of Volumes | PDF-Ansicht






Die Erfindung der Zentralperspektive, des virtuellen „Kasten“-Raums und die damit einhergehende Herausbildung eines auch optisch verstandenen Humanismus, d. h. eines so genannten Welt- und Menschen„bildes“, haben einerseits zur Sichtbarmachung des Menschen selbst, seiner unverbrüchlichen Würde und Individualität geführt, aber andererseits auch die Grundlagen für eine Sichtbarkeitsordnung geschaffen, die heute zum allgegenwärtigen Mainstream emporgestiegen ist:



„Big Data“ und „Künstliche Intelligenz“ ergreifen die Macht über das Bild und über die menschliche Wahrnehmung. Die physikalischen Grenzen der Sichtbarkeit und unsere Vorstellungen von Bild, Mensch und Raum werden mehr und mehr einer maschinellen, durch Algorithmen gesteuerten visuellen Kultur unterworfen, in der neue Realitäten geschaffen werden.

Christian Kupke




DIE BOTSCHAFT – JOACHIMS TRAUM | Installation | Kammerversion

Komposition von Arvo Pärt „Spiegel im Spiegel“, Cello-Piano-Version (9 Min. and 33 Sek.) – Sebastian Klinger (Cello) und Jürgen Kruse (Piano).
Mit freundlicher Unterstützung von Brilliant Classics – The Netherlands.





Die Installation: In einem kleinen, vollends schwarzen “Kasten-Raum” hockt die Figur des träumenden Joachims als dreidimensional nachgebaute Skulptur, die wiederum digital als 3D-Print weiterverarbeitet wurde, auf einem Sockel. In Analogie zum „Engel“ des Freskos ist seitlich, links unter der Decke ein Flachbildschirm (freihängend, schräg, mit Bildfläche zu Joachim gerichtet) angebracht. Auf dem Monitor ist ein Videogemälde zu sehen, auf dem Bilder aus verschiedenen Medien-Dokumentationen zum Thema “Überwachungs- und Trackingsyteme” (ohne Ton) soweit bearbeitet wurden, dass nur noch fragile Bildsegmente hinter einem sich langsam bewegendem Farb- und Lichtspiel wahrzunehmen sind. Zu hören sein wird in 2-Kanal Stereo die Komposition von Arvo Pärt „Spiegel im Spiegel“, in der Version Cello-Piano (9 Min. und 33 Sek.) von Sebastian Klinger (Cello) und Jürgen Kruse (Piano), veröffenticht bei: Brilliant Classics, 2010.










JOACHIMS TRAUM (Videostills)





Solo-Version des Videogemäldes








DIE BOTSCHAFT – JOACHIMS TRAUM | Installation | Vollversion

Entwurf












In den Jahren 1304 – 1306 erschuf der italienische Maler Giotto di Bondone im Auftrag von Enrico Scrovegni in der Capella Scrovegni (Padua/Italien) 38 Wandbilder mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Joachim und Anna, ihrer Tochter Maria und aus dem Leben Jesu Christi. Mit diesem Werk (u.a.) gilt Giotto heute als Begründer der Renaissancemalerei und als Erfinder des virtuellen Raums (Zentralperspektive).


Joachims Traum ist eines dieser Fresken. Günther hat die Bildfigur des Joachim aus dem Fresko freigestellt, ihr einen 3 dimensionalen Körper gegeben, diesen „biometrisch“ erfasst und als „Andenken“ digital verfielfaltigt. Ein „Andenken“, das an eine Geschichte erinnert, die vor ca. 700 Jahren begann. …




Joachims Traum

freier Nachbau der Bildfigur, Styrodur, Höhe: ca. 24 cm





Joachims Traum

2x Gips, Styrodur, Acryl, Höhe: ca. 24 cm





Joachims Traum – Andenken (shades)

Pigmentdrucke, versch.Größen





Joachims Traum – Andenken

Multiple, 3D-Druck, Polymer Gips, Höhe ca.: 12 cm





Joachims Traum – Andenken (colours)

Multiple, 3D-Druck, Polymer Gips, Höhe ca.: 12 cm